Bedrohte Bienen

Du hast sicher schon einmal davon gehört oder gelesen, dass immer mehr Bienen sterben. Doch was steckt da wirklich dahinter? 

In Medien ist das Thema Bienensterben seit 2006/2007 sehr präsent. In den USA starben damals bis zu 80 % der Bienenvölker. Aber aufgepasst! Bei all diesen Berichten wird in der Regel nicht unterschieden, ob Honigbienen oder Wildbienen betroffen sind. Dieses Massensterben in den USA hat die Honigbienen betroffen.

Dies ist vor allem für die Wirtschaft von Interesse: Honigbienen werden in riesiger Anzahl gehalten. Warum? Damit sie Honig produzieren, und damit sie alle Pflanzen rundherum bestäuben. Wenn sie das tun, dann wachsen größere Früchte, die verkauft werden können. Daher war dieses Thema so stark in den Medien verbreitet.

Doch es gibt auch abseits von diesem Vorfall viele Gründe, die zum Rückgang von Honig- und vor allem auch Wildbienen führen! Und das bis heute. Aktuell sind 35,2% der Wildbienen gefährdet und 5,5% sogar vom Aussterben bedroht.  

Bienensterben: viele Gründe, ein großes Problem

Warum sterben so viele Bienen? Es gibt nicht einfach nur einen Grund dafür, sondern mehrere. Wir wissen aber nicht, welche Faktoren stärker oder weniger stark verantwortlich sind oder ob wir vielleicht sogar einen wichtigen Grund noch übersehen.

Folgende Faktoren spielen jedoch sicher eine Rolle: 

Monokulturen: Zu wenige Pflanzenarten

Monokultur bedeutet, dass auf einer großen Fläche nur eine einzige Pflanzenart angepflanzt wird – dafür aber besonders viele Pflanzen dieser Art. Das ist vor allem für Wildbienen sehr schlecht, denn eine Pflanze blüht nur wenige Wochen im Jahr. Nur in dieser Zeit kann die Biene den Nektar sammeln. Danach geht ihr das Futter aus. Wildbienen, die auf eine andere Pflanzenart spezialisiert sind, finden dann gar nichts mehr zu essen. Nicht einmal während der Blütezeit. Auch für Honigbienen wäre die kurze Blütezeit ein Problem, jedoch reisen ihre Imker mit ihnen von Feld zu Feld. Solche riesigen Monokulturen könnten von Wildbienen gar nicht mehr ausreichend bestäubt werden, da sie einzeln oder in kleineren Staaten leben. 

Überdüngung: Gift für Pflanzen und Bienen

Durch Überdüngung werden einige Pflanzenarten vertrieben, die eine wichtige Nahrungsquellen für Wildbienen sind. Hier kommen wir auch wieder zum ersten Problem: Mit der Überdüngung wird absichtlich verhindert, dass andere Pflanzen wachsen. Und damit werden auch Nahrungsquellen für die Bienen zerstört.

Mähen: Lasst die Blumen stehen!

Auch häufiges oder zu frühes Mähen ist schlecht. Dabei werden Pflanzen, die für Bienen sehr wertvoll sind – wie z.B. der Löwenzahn oder Klee. Denn jede Blüte zählt! Da Honigbienen ein Zuhause vom Imker bekommen, ist dies vor allem für Wildbienen ein großes Problem. Mit der Rodung werden auch seltene Nistplätze für Wildbienen zerstört.

Pestizide: Pflanzengift schadet Bienen

Ein besonders großer Faktor sind Pestizide, die Bienen großen Schaden zufügen. Pestizide sind verschiedene Giftstoffe. Diese werden in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt und sollen die angebauten Pflanzen schützen, zum Beispiel vor Schädlingen oder Unkraut. Doch diese Giftstoffe sind auch für andere Tiere gefährlich, so auch für die die Honig- und Wildbienen.

Jedoch sterben Bienen meist nicht direkt daran. Stattdessen werden ihr Orientierungssinn sowie ihre Kommunikationsfähigkeit deutlich gestört. Dadurch finden Bienen nicht mehr zu ihrem Stock zurück, oder sie können den anderen nicht mehr erzählen, wo sie Blüten gefunden haben. Einige Pestizide – wie z.B. die drei häufigsten Neonicotinoide – wurden zum Glück bereits von der EU verboten. 

Varroamilbe: Ein Feind

Auch die Varroamilbe wird als wichtige Ursache für das Bienensterben genannt. Diese befällt jedoch nur Honigbienen. Die Milbe greift die Bienen-Brut an, saugt ihr Blut und schwächt sie dadurch. Außerdem besteht dabei das Risiko, dass Viren übertragen werden. 

Alles auf einen Blick:

In den Medien ist das Thema Bienensterben sehr groß wegen plötzlichem Tod vieler Honigbienen von Imkern in den USA 2006/2007.

Auch Wildbienen sind von einem starken Rückgang betroffen.

Für den Rückgang von Bienen gibt es vielseitige Gründe, die sich zwischen Honig- und Wildbienen teilweise unterschieden.

Wir wissen nicht, welche Gründe den größten Einfluss auf den Rückgang haben. Jedenfalls schlecht oder gefährlich für Bienen sind: Zu wenige Pflanzenarten und damit zu wenig Nahrung, Rasen mähen, Düngung, Pestizide und die Varroamilbe