Zutat Nummer 1 für Honig: Nektar

Im Kapitel „Rettet die Bienen“ haben wir euch erzählt, dass Pflanzen die Bienen dringend brauchen. Denn Früchte können bei vielen Pflanzen nur dann wachsen, wenn die Bienen die Pollen von einer Pflanze zur anderen transportieren. Das machen die Bienen eigentlich nur so nebenbei, wenn sie Nektar sammeln. Aber warum sammeln Bienen überhaupt den Nektar?

Bienen ernähren sich von Nektar, ihrem eigenen produzierten Honig und eiweißreichen Pollen. Den Honig brauchen sie einerseits als Nahrung für die Brut (also die ganz jungen Bienen) und andererseits ist es die ideale Reserve für den Winter. Denn im Winter blühen praktisch keine Pflanzen und es ist auch für die Bienen zu kalt, um Nektar zu sammeln. 

Honig von Honigbienen: das Rezept

Doch wie genau sammeln Bienen Nektar ein und wie wird daraus Honig?

  1. Bienen sammeln Nektar von den Blüten und lagern ihn für den Transport in ihrem Magen – in der sogenannten Honigblase. Ja, dieser Teil im Magen einer Biene wird wirklich so genannt.
  2. Wenn die Biene zurück im Nest ist, spuckt sie den Nektar wieder aus. Danach lagert sie ihn in Honigwaben ein. Zu diesem Zeitpunkt ist der Honig noch nicht so zähflüssig wie wir ihn kennen, da er noch viel Wasser enthält. Deswegen ist er noch sehr flüssig.
  3. Die Bienen fächern mit den Flügeln, um die Verdunstung zu beschleunigen. Verdunstung bedeutet, dass eine Flüssigkeit zu Gas wird. Noch immer zu kompliziert? Das Wasser im Honig (die Flüssigkeit) wird zu Dampf (dem Gas). Die Bienen müssen bei diesem Schritt ganz schön fleißig sein. Denn der Honig kann erst geerntet werden, wenn der Wassergehalt unter 18% liegt. Die lange Haltbarkeit von Honig entsteht auch durch den geringen Wasseranteil und den großen Zuckeranteil. Außerdem enthält er Wirkstoffe, die gegen das Wachstum von Bakterien und Pilzen wirken. 

Die Spezialität: Sortenreiner Honig

Löwenzahnhonig, Kleehonig oder Sonnenblumenhonig – wenn der Nektar zum Großteil von einer Pflanze stammt, nennt man ihn sortenrein. Denn er besteht dann (fast) nur aus einer „Sorte“ Nektar. Durch die Blütenstetigkeit der Bienen kann solch ein Honig entstehen. Blütenstetigkeit bedeutet, dass die Bienen nur eine einzige Pflanze anfliegen, wenn die Bedingungen dafür passen.

Was machen Bienen mit den Pollen

Wie Nektar in den Bau der Bienen kommt und wie daraus Honig wird, wissen wir schon. Doch wo sammelt die Biene eigentlich die Pollen? In unserem Buch „Bienes Freunde von A bis Z“ hat die Biene einen Rucksack mit – das ist natürlich in Wirklichkeit nicht der Fall. Die “echten” Bienen haben ein Körbchen. Das klingt auch nicht wahr? Ist es aber! Das ist der Name einer Vertiefung an den Hinterbeinen, in denen die Bienen Pollen sammeln können. In ihrem Zuhause haben Bienen getrennte Waben für Pollen und für Nektar. Bei Bienen herrscht also Ordnung!

Bienenbrot, Geleé royale und Propolis

Honigbienen können mehr als „nur“ Honig herstellen. In ihrem Staat bereiten Bienen schon fast ein richtiges Festmahl zu (nur Küche haben sie keine): Die Pollen werden mit Speichel und Honig von den Arbeiterinnen vermischt und als Brei in den Vorratszellen aufgehoben, in denen er vergoren wird. Das Ergebnis nennt man Bienenbrot. Dieses wird als Futtersaft an die Maden und Jungarbeiterinnen verfüttert.

Ein weiteres Produkt ist das Geleé royale. Mit diesem werden die zukünftigen Königinnen gefüttert werden.

Doch es gibt noch etwas: Neben Honig und Geleé royale gewinnen auch wir Menschen Propolis von den Bienen. Dieses verwenden wir bei Pflegeprodukten für die Haut oder auch für kleine Verletzungen. Für Propolis entnehmen die Sammlerinnen (also die Bienen, die sammeln gehen) etwas aus den Knospen bestimmter Pflanzen – Harze und Klebstoffe., die die Sammlerinnen den Knospen bestimmter Pflanzen entnehmen.  

Alles auf einen Blick

Bienen ernähren sich von Nektar, Honig und Pollen. Auch das eigens hergestellte Bienenbrot und das Geleé royale sind für die Aufzucht von jungen Bienen wichtig.

Den Nektar transportieren Bienen in der Honigblase in ihrem Magen ins Nest, dort wird er in Honigwaben eingelagert.

Aus dem Nektar wurde Honig, wenn der Wassergehalt unter 18% liegt. 

Pollen transportieren sie in den Körbchen an ihren Hinterbeinen ins Nest.