Im Kapitel „Honig- und Wildbienen“ erfährst du, dass der Begriff „Biene“ sehr ungenau ist. Denn zwischen Honig- und Wildbienen gibt es einige Unterschiede. Hier möchten wir dir das Leben einer Honigbiene vorstellen, die in einem großen Staat mit vielen anderen Tieren zusammen lebt.

Das Leben im Bienenschwarm

Honigbienen leben in einem Bienenstaat. Der kann aus bis zu 50.000 Bienen bestehen! Wie bei uns Menschen ist daher eine Aufgabenteilung wichtig, damit kein Chaos entsteht und alle Aufgaben erfüllt werden. Eine kleine Biene kann Arbeiterin oder Königin werden.

Arbeiterinnen teilen sich viele Aufgaben:

  • Nektar suchen und sammeln
  • Larven, also die frisch geschlüpften Bienen, füttern
  • Waben bauen
  • Honig herstellen
  • Pollen einlagern
  • Wache stehen
  • putzen.

Ein ganz besonderes Amt wird nur von einer einzigen Biene ausgeübt: das Amt der Königin. Diese kann bis zu 5 Jahre alt werden– und damit älter als eine „normale“ Arbeiterin. Doch wie wird man Königin?

Die Bienenkönigin wird jedenfalls nicht demokratisch gewählt. Manche Larven bekommen ganz besondere Nahrung – das Gelée royale. Die erste Königin die schlüpft, wird das neue Oberhaupt des Bienenstaates. Arbeiterinnen werden nur sehr kurze Zeit damit gefüttert. Danach bekommen sie Honig, Nektar und Pollen.

Eine Königin hat nur eine einzige Aufgabe: Nachwuchs bekommen, also Kinder. Das klingt zwar nicht nach viel Arbeit, jedoch kann eine Königin bis zu 2000 Eier an nur einem Tag legen. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen Weibchen, also neue Arbeiterinnern. Aus den unbefruchteten werden Drohnen, also männliche Bienen. 

Von der Larve zur Biene

Wie wächst eine kleine Biene zu einer Arbeiterin oder Königin heran?

  1. Zunächst werden die Larven oder Maden in ihren Waben von sogenannten Ammenbienen gefüttert – mit Futtersaft, Pollen und Honig.
  2. Anschließend werden die Zellen verschlossen von den Ammenbienen. Darin kann die kleine Larve dann zur Biene heranwachsen
  3. Die Jungbiene beißt sich zum passenden Zeitpunkt durch die Wabe und öffnet den Zellendeckel. Sie schlüpft als Arbeiterin, Drohne oder Königin.
  4. Ihre Karriere beginnen Bienen immer als Putzbiene. Ihre Aufgabe ist, die Wabenzellen sauber zu halten.
  5. Danach werden die Bienen Ammenbienen. Wie du bei Punkt 1 und 2 gelesen hast, kümmern sich diese Bienen um den Nachwuchs. Erst später bekommen sie andere Aufgaben.
  6. Im Bienenstock gibt es viel zu tun: Wachs erzeugen, Waben bauen oder Wachdienst am Flugloch schieben. Denn die Bienen passen gut auf, dass keine Fremden in den Bienenstock kommen!
  7. Später verlassen die Bienen den Stock und gehen als Sammlerinnen auf die Suche nach Nektar, Pollen, Propolis oder Wasser. Diese Aufgabe erledigen sie ungefähr 5 Wochen. Nur die Bienen, die im Spätsommer geboren sind, überleben den Winter.
  8. Männliche Bienen sorgen für Nachwuchs und überleben leider spätestens den Winter nicht mehr.

Frage: Wie kann es sein, dass die anderen Bienen keine Kinder bekommen, außer die Königin?

Antwort: Die Arbeiterinnen lecken von der Königin eine Königinnensubstanz vom Körper ab und verteilen diese im Volk. Dies bewirkt, dass die anderen keine Eier legen können.

Wildbienen sind lieber allein

Bei Wildbienen finden wir verschiedene Lebensarten. Im Gegensatz zur Honigbiene leben viele von ihnen alleine – deswegen werden sie als „Solitärbienen“ bezeichnet.

Daher müssen Wildbienen alle Aufgaben selbst übernehmen: vom Nestbau über das Nektar sammeln bis hin zur Pflege der Brut. Zwar könnten diese Bienen auch Honig herstellen, jedoch kommt es nicht dazu. Sie essen ihre Nahrung immer schnell auf, sodass kein Honig daraus entstehen kann. Nur den Larven wird ein gewisser Futtervorrat in die Wabe beigelegt. Gefüttert werden sie nicht. 

Das Zuhause einer Wildbiene

Wildbiene, Single, Zuhause gesucht: Die meisten einzeln lebenden Wildbienen nisten im Erdboden. Manche nutzen auch verlassene Nester von kleinen Säugetieren, zum Beispiel von Mäusen. Andere finden ihr Zuhause in Felsspalten, totem Holz oder Pflanzenstängeln.

Alles auf einen Blick:

Honigbienen leben in Staaten – also in großer Anzahl – zusammen.

Honigbienen sind gut organisiert: jede Biene hat ihre eigene Aufgabe. 

Die meisten Bienen sind Arbeiterinnen, nur eine einzige bekommt das höchste Amt: die Königin.

Männliche Bienen werden Drohnen genannt.

Wildbienen leben sehr häufig alleine und müssen alle Aufgaben selbst übernehmen.