Biene ist nicht gleich Biene

Wenn du von Bienen liest, was stellst du dir dann vor? Stellst du dir viele Bienen vor, die in einem großen Bienenstaat zusammenleben? Bienen, die gemeinsam viel Honig produzieren und vielleicht sogar von einem Imker betreut werden? Dann denkst du an eine Honigbiene! Von ihr kommt auch der Honig, den wir kaufen können.

Hast du schon einmal von einer Hummel gehört? Dann kennst du auch schon eine Wildbiene! Die Hummel ist eine von ca. 700 bei uns lebenden Wildbienenarten

Wildbienen & Honigbienen

Du merkst es sicher schon. Es gibt zwei Arten von Bienen: Wildbienen und Honigbienen. Doch weil Wildbienen nicht wild sind und auch Honig produzieren können und Honigbienen noch viel mehr können als nur Honig machen, haben wir hier eine kleine Gegenüberstellung für dich erstellt: 

Wildbienen Honigbienen
können auch bei Kälte fliegen. brauchen zumindest 12 Grad Außentemperatur um fliegen zu können.
leben meistens einzeln, also solitär – nämlich zu 95%.leben in großen Staaten – bis zu 50.000 Bienen sind in einem Verband.
30% sind auf eine Pflanzenart spezialisiert – diese nennt man Pollenspezialisten.sammeln Nektar von vielen verschiedenen Pflanzen – daher nennt man sie Pollengeneralisten.
sind sehr robust.werden leicht krank durch Viren, Parasiten oder durch schlechte Witterung.
einige Arten haben einen längeren Rüssel. Damit kommen sie an Nektar von Pflanzen, an die die Honigbiene nicht herankommt.kommen an den Nektar von vielen Pflanzen gar nicht heran.
sind optimal angepasst an ihre Umgebung.die ursprünglich in Europa lebende Honigbiene, die dunkle Honigbiene, ist mittlerweile fast ausgestorben und durch gezüchtete Rassen ersetzt. Diese sind jedoch in freier Wildbahn kaum überlebensfähig.
gibt es weltweit in über 30.000 Arten.gibt es weltweit in nur 9 Arten.
leben in unterschiedlichen Niststöcken: unter der Erde, in morschem Holz oder Lehmflächen.leben in Bienenstöcken.
einzeln lebende Bienen entfernen sich nur maximal 500 Meter von ihrem Nistplatz. fliegen bis zu 7 Kilometer von ihren Bienenstöcken weg.
einzeln lebende Wildbienen produzieren keinen Honig, da sie den Nektar sofort verbrauchen. sammeln so viel Nektar, dass daraus Honig entstehen kann.

Honig- und Wildbienen: Freunde oder Feinde?

Natürlich sind Bienen keine richtigen Feinde. Jedoch können sich Honig- und Wildbienen in die Quere kommen. Denn beide Arten brauchen ausreichend Blumen bzw. deren Nektar als Nahrungsquelle. Durch die unterschiedlichen Lebensarten und Ansprüche können sie zu Nahrungskonkurrenten werden. Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Honigbienen leben in riesigen Staaten, Wildbienen meistens einzeln. Zudem sind Wildbienen häufig auf nur eine Pflanze angewiesen. Leben Honig- und Wildbienen in der Nähe und sammeln somit von den gleichen Pflanzen den Nektar, bleibt häufig für die Wildbiene schlichtweg zu wenig über. Besonders schwierig wird es bei Honigbienen von Imkern: Diese wandern mit ihrem Volk oft von Feld zu Feld. Das heißt, praktisch von einer Sekunde auf die andere wird einer einzeln lebenden Biene ihr ganze Futterquelle weg gegessen.

Stell dir vor: Du bist ganz alleine an einem tollen Buffet mit Vorspeisen, Hauptspeisen und Dessert. Du isst genüsslich, denn es ist mehr als genug da. Dann kommt plötzlich ein Reisebus mit 50 Menschen an und alle stürzen sich aufs Buffet. So schnell kannst du gar nicht schauen, da ist alles weg.

Alles auf einen Blick:

Wenn von „Bienen“ gesprochen wird, dann schau genauer hin: handelt es sich  um Honig- oder Wildbienen?

Es gibt einige Unterschiede zwischen Honig-und Wildbienen: von ihrer Lebensweise, über ihre Widerstandsfähigkeit und Ernährung bis hin zur Artenanzahl.

Honig- und Wildbienen sind keine Feinde, jedoch können sie zu Nahrungskonkurrenten werden.